Die Autonome Gruppe Schweinfurt/Antifagruppe Schweinfurt schließt die Anwendung von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung ausdrücklich nicht aus: „Nicht an der Legalität, sondern am pragmatischen Nutzen der für den jeweiligen Ansatzpunkt am passendsten erscheinenden Maßnahmen“ sollen sich laut Selbstdarstellung der Gruppierung ihre Praktiken orientieren. Eine Legitimation antifaschistischer Arbeit durch staatliche Gesetze könne und müsse nicht erfolgen.

Rechtsstaat und staatliches Gewaltmonopol missachtet die Gruppierung damit ausdrücklich. Dies versucht sie zu rechtfertigen mit der Behauptung, „dass diese Gesellschaft bis zum Tag ihrer Überwindung faschistische Ideologien produzieren wird, und dass diese eine beständige Gefahr darstellen“. Solche Äußerungen offenbaren ein klar linksextremistisches Verständnis von Anti-Faschismus: Die antifaschistische Arbeit richtet sich gegen die politischen und wirtschaftlichen Grundlagen der Gesellschaft, der unterstellt wird, die Wurzel des Faschismus bereits in sich zu tragen.

Quelle: bayern-gegen-linksextremismus.bayern.de

Die Extremismustheorie erlebt seit den 1990er Jahren einen neuen
Aufschwung und findet auch in der aktuellen Debatte um die
„Extremismusklausel“, mit der die Familienministerin Schröder quasi alle
Initiativen gegen Rechts unter Generalverdacht stellt, ihren Niederschlag.
In der Wissenschaft ist sie höchst umstritten. Die Annahme, “Extremismen”
in der Rechten, im islamistischen Lager sowie auf der Linken hätten viele
Gemeinsamkeiten und seien nur unterschiedliche Ausformungen eines
“extremistischen” Kerns, wird von zahlreichen Fachleuten kritisiert –
schließlich fasst sie völlig unterschiedlich strukturierte
Weltanschauungen zusammen und dient zudem vor allem der Legitimation der
“bürgerlichen Mitte”. Diese “bürgerliche Mitte” wird denn auch von den
Extremismustheoretikern gewöhnlich nicht weiter hinterfragt.
Gänzlich ungeachtet ihrer wissenschaftlichen Fragwürdigkeit entfaltet die
Extremismustheorie zunehmend praktische Wirkung. In den 1950er Jahren
popularisiert, um der Bonner Republik eine ideologische Basis zu verpassen
und zugleich den staatlichen Antifaschismus der DDR zu delegitimieren,
erlebt sie seit den 1990er Jahren einen neuen Aufschwung. Unterstützt
nicht zuletzt von den Bundes- und Landeszentralen für politische Bildung
bieten Extremismustheoretiker das Rüstzeug, das es ermöglicht, nicht nur
Neonazis zu attackieren, sondern auch fundamentale linke Kritik. Immer
öfter geraten Antifaschistinnen und Antifaschisten ins Visier der
Extremismustheoretiker und ihrer praktischen Adepten in den Behörden. Der
Vortrag informiert über die Extremismus- bzw. Totalitarismustheorie, über
wissenschaftliche Kritik an ihr und über ihre praktische Anwendung durch
die bundesdeutschen Behörden seit den 1950er Jahren.




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